Drei Voraussetzungen damit Anwesenheitsmanagement funktioniert:


1. Führen Sie Rückkehrgespräche

2. Erstellen Sie dazu eine Betriebsvereinbarung

3. Auditieren Sie das Anwesenheitsmanagement



Warum Rückkehrgespräche wichtig sind

Rückkehrgespräche sind ein Baustein des interkulturellen betrieblichen Gesundheits-managements von Unternehmen und gleichzeitig ein Instrument zur Führung von und Kommunikation mit Mitarbeitenden. Aufgrund dieser verschiedenen Intentionen von Rückkehrgesprächen, können durch die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zum Teil auf einander aufbauende Zielstellungen verfolgt werden. 

Das Krankenrückkehrgespräch ist ein Instrument um zu ergründen, ob Arbeitnehmer, die sich öfters oder länger arbeitsunfähig gemeldet haben, aufgrund betrieblicher Umstände krank geworden sind, oder es ob möglicherweise andere Ursachen für das Fehlen des Arbeitnehmers gibt. 

Je nach Form und Durchführung der Gespräche können sie den Arbeitnehmer motivieren und seinen Wiedereinstieg nach der Krankheit erleichtern. Sie können aber auch das genaue Gegenteil bewirken: Nämlich dann, wenn zu viel Druck auf Arbeitnehmer ausgeübt werden, dass diese aus Angst vor drohendem Arbeitsplatzverlust krank zur Arbeit kommen. Dadurch können solche Krankenrückkehrgespräche letztendlich eher zur Schädigung als zur Förderung der Gesundheit beitragen. 

Wie bei jedem Instrument kommt es also vorwiegend darauf an, auf welche Weise es genutzt wird und wie gut der Akteur darin geschult ist, mit dem Instrument umzugehen.

Ziele der Rückkehrgespräche 

Die Rückkehrgespräche sind  im Anwesenheitsmanagementsystem eingebettet. Das ‚Anwesenheitsmanagement ist Teil des interkulturellen Gesundheitsmanagements und ist im dazugehörigen Handbuch unter Punkt 3.2 verankert. 

Kurzfristig angestrebte Ziele: 

Zunächst soll das Angebot eines Rückkehrgesprächs an involvierte Beschäftigte das Signal senden, dass seine bzw. ihre Abwesenheit wahrgenommen wurde. Hierbei geht es nicht um das sträfliche Mitzählen der Fehltage, sondern eher um die menschliche Komponente, d. h. ein/e Mitarbeiter/in wurde im Team vermisst.

Weiterhin zielen Rückkehrgespräche darauf ab, den Wiedereinstieg von Mitarbeitenden zu begleiten. Neben einer Begrüßung zurück im Team zu sein, bietet das Gespräch die Möglichkeit, kompakt Informationen über wesentliche Ergebnisse während der Abwesenheitszeit zu geben.

Langfristig angestrebte Ziele:

Förderung der Gesundheit / interkulturelles Gesundheitsmanagement

Ziel: Reduzierung von Fehlzeiten durch Krankheit 

Motivation

Ziel: Reduzierung von motivationsbedingten Fehlzeiten 

Führung von Mitarbeitern

Ziel: Unterstützung des Arbeitnehmers (bezogen sowohl auf seine Wiedereingliederung in die Arbeit, als auch emotional und sozial) 

Kontrolle / Anwesenheitsmanagement

Ziel: Reduzierung weiterer, nicht krankheitsbedingter Fehlzeiten 

Maßnahmen 

Welche weiteren Maßnahmen gibt es bzw. sollen eingeführt werden, um Fehlzeiten entgegenzuwirken, die Gesundheit der Arbeitnehmer zu fördern oder Arbeitnehmer zu motivieren und zu unterstützen? 

Bestehende Maßnahmen 

·         Implementierung eines interkulturellen Gesundheitsmanagements

·         Dritte Präventionskraft (Fachkraft für interkulturelles Gesundheitsmanagement)

·         Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) gemäß § 84 Abs. 2 SGB IX

·         Ordnungsgemäße Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sowie der
      Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen am Arbeitsplatz und der daraus
      resultierenden, erforderlichen Maßnahmen, sowie generelle Umsetzung des
      Arbeitsschutzgesetzes
 

Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb

·         Schulungen zu Gesundheitsthemen für Führungskräfte und Mitarbeiter 

·         Mitarbeiterbefragungen zu Gesundheit am Arbeitsplatz

·         Einrichtung des Arbeitskreis Gesundheit

·         Kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen

·         Gesundheits Card  / Unterstützung von gesundheitsförderndem Verhalten (z.B.
      Sportangebote, Information über gesunde Ernährung, Obst und gesunden Getränken im
      Unternehmen) 

·         Medizinische Angebote im Betrieb (z.B. Betriebsarzt, Arbeitspsychologe) 

Einzuführende Maßnahmen 

·         Information der Arbeitnehmer über die Fehlzeitenquoten, Kosten und Probleme, die den
      Unternehmen durch Fehlzeiten entstehen.

·        Rückkehrgespräche für jeden Anlass, nicht nur bei Rückkehr wegen Krankheit

·         Krankenrückkehrgespräche systematisch, d.h. in standardisierter Form  

In welcher Art werden Krankenrückkehrgespräche geführt? 

·         Krankenrückkehrgespräche mit vorgegebener zeitlicher Stufung (gem. §7 der Betriebsvereinbarung) und verschiedenen, die Kontrolle erhöhenden Inhalten. 

Welche Regelung stellt sicher, dass die Vorgesetzten für alle Beschäftigten die flexible Handhabung der Stufung in der gleicher Weise vornehmen? 

·         Die Rückkehrgespräche sind Teil des Anwesenheitsmanagement welches regelmäßig
      auditiert wird.
 

In welcher Form können Rückkehrgespräch geführt werden? 

Insbesondere bei sensiblen Führungsaufgaben  spielt das WIE eine herausgehobene Rolle.  Wir empfehlen ausdrücklich eine nicht direktive Gesprächsführung für alle Rückkehrgespräche, die eine Führungskraft mit seinen Mitarbeitern führt. 

Nicht direktiv geführte Rückkehrgespräche sind:

geprägt von einer zuhörenden Führungskraft, die tatsächliches Interesse für seine/ihre Mitarbeitenden hat. Die Führungskraft nutzt den Dialog mit dem/r Mitarbeitenden, um die dyadische Führungsbeziehung (Die Zweierbeziehung zwischen FK und MA) zu festigen und dadurch positiven Einfluss auf Arbeitsklima und Zusammenarbeit zu nehmen. Wesentlich ist, dass beide Gesprächspartner/innen ihre gemeinsame Verantwortung für das Gelingen des Gesprächs erkennen und akzeptieren. 

Welchen Nutzen haben Rückkehrgespräche für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? 

Die folgende Aufzählung zeigt möglich Nutzenaspekte auf:

·         Anlass, eigene Wünsche und Bedürfnisse an die Arbeitsbedingungen zu formulieren und
      damit zur Steigerung der eigenen Arbeitsmotivation beizutragen

·         Erleichterung der persönlichen Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag

·         Anpassung der Arbeitsaufgaben zur Verhinderung der Verschlimmerung von Beschwerden,
      z. B. bei chronischen Krankheiten
                                            

·         Erhalt von Input zum möglichst schnellen Aufholen von, die sich durch der Abwesenheitszeit
      ergeben haben

Eine Mustervertriebsvereinbarung 

zum Thema Anwesenheitsmangement bekommen Sie hier

Auditierung des Anwesenheitsmanagement

bei der Auditierung helfen wir Ihnen gerne.